Das Festival entstand aus einer einfachen Frustration. In Berlin gab es keinen Ort, um portugiesische Filme zu sehen, und bei einem Besuch in Portugal bekam man immer nur mit, was gerade in dieser Woche lief. Die logische Lösung war für die Gründerin Helena Araújo, die Filme stattdessen hierher zu bringen. Sie mobilisierte ihr eigenes Netzwerk an Kontakten und schuf gemeinsam mit einem wachsenden Kreis von Partnern diese Filmschau. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, kommt der Berg nach Berlin.

Seit 2018 zeigen wir jeden November aktuelles portugiesisches Kino im Moviemento in Kreuzberg, einem der ältesten unabhängigen Kinos Europas. Preisgekrönte Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme, in Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Aber die Filme sind nur die Hälfte von allem: die Regisseure, die zu uns kommen, die Gespräche, nachdem das Licht wieder angeht, ein Glas Portwein, gelegentlich ein pastel de nata. Es ist, im liebevollsten Sinne, eine informelle Botschaft der portugiesischen Kultur in Berlin.
Portuguese Cinema Days ist das Werk eines kleinen, engagierten Teams um die Gründerin Helena Araújo, gemeinsam mit einem wachsenden Kreis von Partnern, Kuratoren und Freunden. Jahr für Jahr ist es ihre ehrenamtlich eingebrachte Zeit, die einen Raum voller Stühle in ein Festival verwandelt.

Die Türen öffnen sich, der Saal füllt sich, und das Licht geht aus. Im Lauf der Jahre hat das Festival Berliner, die portugiesischsprachige Gemeinschaft der Stadt und neugierige Neulinge zusammengebracht, ein Publikum, das ebenso wegen der Begegnung wie wegen der Filme selbst da ist.
Die Vorführungen finden im intimen Kinosaal des Moviemento statt, dessen Reihen sich füllen, während der Projektor warmläuft. Und wenn der Film zu Ende ist, schicken die Lichter selten alle nach Hause: Öfter geht der Regisseur nach vorn, ein Mikrofon wird herumgereicht, und der Abend wird zu einem Gespräch.

Einige der besten Momente ereignen sich, nachdem der Abspann gelaufen ist. Regisseure, Schauspieler und Crew treten nach vorn in den Saal und beantworten Fragen des Publikums, zu einer Einstellung, einer Entscheidung, einer Erinnerung, oft weit über die Stunde hinaus, die der Filmvorführer im Sinn hatte. Jede Ausgabe bringt Filmemacher nach Berlin, von denen viele ihre Arbeit zum ersten Mal einem deutschen Publikum zeigen. Vor der Leinwand des Moviemento stehend, stellen sie Filme vor, die mit ihnen von Festivals in ganz Portugal und der weiteren portugiesischsprachigen Welt angereist sind.

Ein Mikrofon, eine Nachfrage, ein Lachausbruch: Der Austausch zwischen dem Saal und den Menschen, die den Film gemacht haben, ist der Ort, an dem das Festival lebendig wird. Streng in der Auswahl und herzlich im Empfang, ist es in beidem unverkennbar portugiesisch. Für viele, die kommen, zählt die Begegnung ebenso viel wie der Film: die Chance, die Person kennenzulernen, die ihn gemacht hat, die Geschichte hinter der Geschichte zu hören und ein Stück portugiesisches Kino hinaus in die Berliner Nacht zu tragen.

Wenn das Licht angeht, schwappt das Festival hinüber an die Bar. Ein Glas Portwein wird eingeschenkt, ein Tablett mit pastéis de nata macht die Runde, und unter den Lichterketten wird angestoßen, der Abspann ist nur das Stichwort für die zweite Hälfte der Nacht. Hinter dem Tresen gibt es immer Portwein und etwas Süßes aus einer portugiesischen Bäckerei. Es ist eine kleine Sache, aber sie ist es, die eine Vorführung zu einem Abend macht und die Bar zum warmen, informellen Herzen des Festivals.

Filmemacher, Stammgäste und Erstbesucher landen an denselben Tischen, das Glas in der Hand. Jahr für Jahr sind es diese Gespräche, ebenso sehr wie die Filme, die die Leute jeden November wiederkommen lassen. Gegen Ende des Abends fühlt sich die Bar weniger wie ein Kinofoyer an als vielmehr wie ein Wohnzimmer fern der Heimat, eine Ecke Berlins, in der sich portugiesisches Kino, Sprache und Gesellschaft treffen und in der jeder willkommen ist zu verweilen.