
Die Ausgabe 2023 versammelte siebenundzwanzig Filme, die die Grenze zwischen Fiktion und Realem verwischten. Es war ein Jahr von bemerkenswerter Bandbreite, von Festivalpreisträgern bis zu intimen Kurzfilmen, die im Herbst im Moviemento in Kreuzberg gezeigt wurden.
Im Zentrum standen João Canijos Diptychon Bad Living and Living Bad, das in Berlin den Silbernen Bären, Preis der Jury, gewann, und Cláudia Varejãos zartes Coming-of-Age-Drama Wolf and Dog, das sie persönlich vorzustellen kam. Auch der Dokumentarfilm war stark vertreten, Ana Sofia Fonsecas Porträt von Cesária Évora erfüllte den Saal mit der Stimme der Barfuß-Diva.

Die portugiesische Animation hatte ein Jahr der Meilensteine, gekrönt von João Gonzalez' Ice Merchants, dem ersten portugiesischen Film, der je für einen Oscar in dieser Kategorie nominiert wurde. Nuno Beato stellte seinen animierten Spielfilm My Grandfather's Demons vor und brachte eine der Stop-Motion-Puppen des Films mit, um sie den Kindern im Publikum zu zeigen. Ein ganzer Abend mit Kurzfilmen feierte eine Generation von Animatoren, die am Rand der Form arbeiten.
Weitere Filmemacher reisten an, um ihre Arbeit persönlich vorzustellen: Marco Martins mit Great Yarmouth: Provisional Figures, Ansgar Schäfer mit dem Dokumentarfilm Journey to the Sun, Luísa Homem mit Suzanne Daveau und Mónica Martins Nunes mit ihrem Kurzfilm Sortes.
Drei Veranstaltungen gingen über das reguläre Programm hinaus. Zum European Arthouse Cinema Day liefen João Canijos Bad Living and Living Bad gemeinsam im Kino filmkunst66, mit dem Regisseur persönlich vor Ort.
Eine besondere Animationsveranstaltung brachte den Filmemacher Pedro Serrazina dazu, dem Publikum das Handwerk aus nächster Nähe nahezubringen. Serrazina leitete außerdem eine Veranstaltung an einer Berliner Universität und trug den Animationsschwerpunkt des Festivals ins Klassenzimmer.

Die Gespräche im Anschluss an jede Vorführung, mit Regisseuren, Schauspielern und Crew, machten das Programm zu etwas, das eher einem Zusammentreffen als einem Festival glich: streng in der Auswahl, herzlich im Empfang und unverkennbar portugiesisch.








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