
Alles begann hier. Die ersten Portuguese Cinema Days entstanden aus einer einfachen Frustration: In Berlin gab es keinen Ort, um portugiesische Filme zu sehen, und man antwortete darauf mit fünf sorgfältig ausgewählten Spielfilmen an einer Handvoll Abende im Hackesche Höfe Kino.
Die Eröffnungsauswahl gab den Ton für alles Folgende an. Marco Martins' São Jorge und Pedro Pinhos in Cannes ausgezeichnetes A Fábrica do Nada setzten sich mit den menschlichen Kosten der portugiesischen Finanzkrise auseinander, während João Canijos Fátima eine Pilgerreise begleitete, die Glauben, Erschöpfung und Begehren offenlegte. João Canijo war beim Festival anwesend, und die Vorführung mündete in eine Debatte über das Phänomen Fátima mit dem Journalisten António Marujo.
Daneben holte Quem é Bárbara Virgínia? die vergessene Geschichte der ersten portugiesischen Frau zurück, die einen Tonfilm in Spielfilmlänge inszenierte, in Berlin vorgestellt von seiner Regisseurin Luísa Sequeira gemeinsam mit ihrer Regieassistenz Sama. Es war ein passender Auftakt für ein Festival, das Erinnerung und Wiederentdeckung schätzen lernen sollte.
Es gab keine etablierten Rituale, nur die Filme, ein kleines, neugieriges Publikum und die Überzeugung, dass es sich lohnte. Aus diesen fünf Abenden wuchs alles, was das Festival seither geworden ist.




